Das Mobiltelefon im Alltag
Handys als Ruhestörer
In einigen Umgebungen, insbesondere bei Aufführungen in Kinos, Theatern oder Opern und vor allem in Gotteshäusern oder auf Friedhöfen wird die Nutzung von Mobiltelefonen häufig als störend empfunden. Deshalb gehen etwa Kinobetreiber dazu über, die Nutzung aktiv oder passiv zu unterbinden. In Ländern wie den USA ist der Einsatz von Störsendern mittlerweile gängige Praxis, um eine störungsfreie Aufführung zu gewährleisten. In anderen Ländern wie auch der Schweiz ist jedoch die Nutzung der Sendefrequenzen untersagt, da diese exklusiv den Netzbetreibern vorbehalten sind. Die Betreiber setzen deshalb auf die passive Störung von Funktelefonen durch eine gute Abschirmung der Säle. Dies führt allerdings auch dazu, dass Mobiltelefone die maximale Sendeleistung abstrahlen.
Vor allem in den nicht-asiatischen Ländern wird das Mithören fremder Mobilfunkgespräche in öffentlichen Verkehrsmitteln von den Mitfahrern oft als störend und als indirekter Zwang zum Mithören empfunden, zumal dabei meist lauter gesprochen wird als im Gespräch mit anwesenden Personen. In vielen asiatischen Ländern (z. B. Japan) ist dies nicht der Fall; es wird auch in überfüllten U-Bahn-Wagons sehr häufig telefoniert.
Handy und Autofahren
Die Handy-Nutzung bei laufendem Motor ohne Freisprecheinrichtung ist Fahrzeugführern in vielen Ländern verboten (z.B. in Deutschland, Österreich und der Schweiz). Bei Nichtbeachtung des Verbotes werden Bussgelderverteilt, in der Schweiz 100 Fr. Vielen ist nicht bekannt, dass ein „Head-Set“ nicht in allen Ländern als Freisprecheinrichtung anerkannt wird.
Doch selbst bei Nutzung einer Freisprecheinrichtung kann ein Fahrer, wie neueste Studien zeigen, erheblich vom Verkehrsgeschehen abgelenkt werden. Britischen Studien zufolge muss die Fahrbeeinträchtigung durch das Handytelefonieren mit derjenigen gleichgesetzt werden, die unter Alkoholeinfluss erfolgt
Das Handy im Krankenhaus und im Flugzeug
In Krankenhäusern und Flugzeugen ist das Einschalten von Handys nicht erlaubt, da befürchtet wird, die elektromagnetischen Felder könnten die Funktion elektronischer Geräte beeinträchtigen.
Untersuchungen der Universitätsklinik Giessen haben allerdings ergeben, dass medizinische Geräte erst bei einem Abstand von weniger als einem Meter durch Mobiltelefone beeinträchtigt werden können. Es würde also ausreichen, das Handyverbot in Krankenhäusern auf Räume wie Intensivstationen zu beschränken.
Auch in Flugzeugen könnte mobiltelefonieren in Zukunft möglich sein. Fluggesellschaften planen, ihre Flugzeuge mit Sendegeräten auszustatten, die die Funksignale der Mobiltelefone über Satelliten an die Mobilfunknetze weiterleiten. Die Sendeleistung der Mobiltelefone würde dadurch auf ein Minimum reduziert, wodurch eine Störung der Elektronik ausgeschlossen werden kann.
Notruffunktion
Mit jedem Handy kann der Notruf 144 (Notruf) erreicht werden, auch wenn kein Guthaben vorhanden ist. Im allgemeinen ist es nicht einmal nötig, dass eine SIM-Karte eingelegt ist. Diese Möglichkeit wird jedoch teilweise sehr kritisch betrachtet, da es ohne SIM-Karte relativ schwierig ist, bei Missbrauch den Täter ausfindig zu machen. Auch mit aktivierter Tastensperre kann die 144 erreicht werden.
